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Was macht Schimmel gefährlich?
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Schimmel

Erste Warnzeichen für einen Schimmelbefall

Bereits lange bevor sich Schimmel mit optischen Hinweisen zeigt, kann ein gesundheitsschädlicher Befall mit Schimmelpilzen vorliegen. Typische Hinweise finden sich in meist muffigen Gerüchen, die nicht mit den vorliegenden Materialien in Verbindung gebracht werden können und nach dem Lüften zeitnah wieder auftreten.

An den inneren Oberflächen von Außenwänden sowie im Bereich von Wärmebrücken können häufig frühzeitig feuchte Stellen und Farbveränderungen auftreten, die auch nach der Überprüfung und Anpassung eines normalen Raumnutzungsverhaltens nicht verschwinden. Prüfen Sie dabei nicht nur die Raumwände, sondern auch schwer zugängliche Bereiche wie die Rückwand von Möbeln auf leichte Veränderungen und undefinierbaren Staub. 
Schimmelsporen sind durch ihre geringe Größe leicht mit Staub zu verwechseln und zeigen sich je nach Schimmelart in Grau-, Grün- und Weißtönen.

Darüber hinaus sollte die Gesundheit der Bewohner im Auge behalten werden. Erste Anzeichen von gesundheitlichen Problemen durch Schimmelpilzbelastung äußern sich ähnlich wie ein grippaler Infekt mit steter Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Problemen mit den Bronchien. Ist Ihnen eine Erkrankung dieser Art unbekannt und die Symptome dauern über mehr als 14 Tage an, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Doch auch viele andere Symptome unbekannter Herkunft können durch den Befall mit Schimmel verursacht sein. Ein Test kann den Schimmelbefall messen und Ihnen Gewissheit verschaffen.

Ursachen für Schimmelpilz

Tatsächlich ist es unvermeidlich, dass Schimmelsporen in den Wohnraum gelangen, da es sich dabei um mikroskopisch kleine Bestandteile in der Luft handelt. Auch Schimmel auf Lebensmitteln oder Gegenständen, die von draußen nach drinnen verlagert wurden, können die Sporen aus der Luft mit in die Wohnung tragen. 

Bieten sich in den Räumlichkeiten dann gute Wachstumsbedingungen, haften die feinen Sporen an und beginnen sich zu entwickeln. Dies kann in alten Gebäuden ebenso passieren wie in modernsten Neubauten, bei denen die natürliche Austrocknung der Baumaterialien noch nicht abgeschlossen ist.
Das Auftreten von Schimmel hat viele Ursachen. Jedoch benötigt der Schimmelpilz für sein Gedeihen drei Grundkriterien: 

Feuchtigkeit

Ist die relative Luftfeuchtigkeit in der Luft höher als 60 %, bzw. das Verhältnis zwischen Temperatur und Feuchtigkeit unausgewogen, kondensiert Feuchtigkeit an den sich bietenden Oberflächen im Raum. Dabei gilt: je höher die Temperatur ist, desto höher ist die Feuchtigkeits-Aufnahmefähigkeit der Luft (relative Luftfeuchte). Je größer der Temperatur-Unterschied zwischen Raumluft und Bauteiloberfläche ist (Taupunkt), umso mehr Kondensat kann sich bilden.

Temperatur

Neben der Luftfeuchtigkeit ist die Temperatur maßgeblich für Schimmelbildung verantwortlich. Je höher der Unterschied zwischen der Oberflächentemperatur und der Lufttemperatur ist, desto eher setzt sich Feuchtigkeit aus der Luft als Kondenswasser auf Oberflächen ab. Bei Temperaturen um 15° Celsius kann dieser Effekt bereits bei einer relativen Luftfeuchte von 60 % entstehen.

Nährstoffangebot

Schimmelpilze bevorzugen ein pH-neutrales Umfeld mit einem pH-Wert von 5 bis 8. Zudem benötigt der Schimmelpilz Luftzirkulation, um so mit organischem Material versorgt zu werden, das nicht im Untergrund zu finden ist. Aus diesen Partikeln gewinnt der Schimmelpilz seine Energie. Das Zusammentreffen der Faktoren begünstigt die Schimmelbildung in Innenräumen. Ein gutes Heiz- und Lüftverhalten verringert die Gefahr, dass sich in der Wohnung befindliche Schimmelsporen ansiedeln können. Doch es ist ein verbreiteter Irrtum, dass sich allein über das Lüften und Heizen die Ursachen von Schimmelpilz beseitigen lassen.

Ursache: Nutzungsgewohnheiten oder Baumängel

Die Nutzungsgewohnheiten der Raumnutzer gelten verbreitet als Hauptaspekt für Schimmelbildung. Falsches Heizen und Lüften ist bei genauer Ursachenforschung jedoch meist nur ein Verstärker der Problematik. Lediglich 10 % der Schimmelschäden sind allein auf das falsche Nutzungsverhalten zurückzuführen und hängen mit unzureichender Frischluftzufuhr zusammen, die in Kombination mit unregelmäßigem Heizen (z.B. indirektes Heizen mehrerer Räume durch geöffnete Türen, nicht heizen und lüften ungenutzter Räume) zusammen. Hier erfahren Sie mehr zum Thema "Richtig Lüften und Heizen".

Viel häufiger sind Baumängel Ursache für Schimmel. So kann Feuchtigkeit beispielsweise durch defekte oder fehlende Bauwerksabdichtungen im Bereich von Dach oder Keller eindringen. Auch undichte Rohre und Fugen, sowie Schäden an Wasser- und Heizungsleitungen oder Risse in Baumaterialien lassen Feuchtigkeit eindringen und können zur Schimmelursache werden.

Ursache: ungeeignete Sanierungsmaßnahmen

Mitunter können auch Sanierungsmaßnahmen zur Schimmelursache werden. Neu eingesetzte Fenster können Schimmelbildung in manchen Fällen sogar begünstigen, wenn dies die einzige energetische Maßnahme ist und künftig die Wandfläche der kälteste Punkt im Raum ist, wo sich in der Folge Kondenswasser bildet. Wärmebrücken, die zum Beispiel durch unzureichende Dämmung entstehen, können den Austritt von Wärme von Innen nach Außen begünstigen. An kalten Wandoberflächen, in deren Bereich Wärme austritt, kann sich Kondenswasser bilden, wenn feuchte Luft darauf trifft. Dieser Umstand zählt zu den häufigen Ursachen für Schimmelpilz. 

Typische Bereiche für Wärmebrücken finden sich an Fenster- und Türkonstruktionen, an zwei- oder dreidimensionalen Außenwandecken, an Rollladenkästen, Heizkörpernischen sowie an ungedämmten Stahlbetonbauteilen. Ohne eine entsprechende Berücksichtigung der Problematik im Heiz- und Lüftverhalten können somit Lebensbedingungen für Schimmel entstehen, die wachstumsfördernd sind.

Was macht Schimmel gefährlich?


Schimmelbefall ist sofort schädlich: Schimmelsporen sind winzig klein und gefährden bereits die Gesundheit, wenn der eigentliche Schimmelbefall noch keine oder nur wenig sichtbare Spuren hinterlassen hat. 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtet, dass in feuchten und verschimmelten Wohnungen die Belastung für die Atemwege der Bewohner sehr hoch ist und ein erhöhtes Risiko für Allergien, Asthma und andere Atemwegserkrankungen besteht.

Hinzu kommt das unterschiedliche Gefahrenpotenzial durch diverse Schimmelarten: Manche Pilze können sich bei Eindringen der Sporen in die Lunge ansiedeln. Der menschliche Körper bietet das richtige Verhältnis von Feuchte und Wärme, die für das Wachstum nötig sind. Zwar besteht diese Gefahr vorrangig bei Menschen, deren Immunsystem stark angegriffen ist, dann jedoch wird der Schimmelpilz überaus bedrohlich.

Wie gefährdet Schimmel die Gesundheit?

Während manche Schimmelpilze vorrangig die Bausubstanz und die Luftqualität allgemein negativ beeinflussen, sind andere richtiggehend gefährlich. Dies gilt besonders für Schimmelarten, die Mykotoxine entwickeln. Mykotoxine sind Schimmelpilzgifte, die zu akuten Vergiftungen führen können. Sie können sich im Körper anreichern, wenn der Körper hohen Konzentrationen über längere Zeit ausgesetzt ist.
Ist das Immunsystem bereits geschwächt, können Mykotoxine den Organismus zusätzlich belasten und das Eindringen von anderen Krankheitserregern begünstigen. Als besonders gefährdet gelten entsprechend Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Allergien, Autoimmunerkrankungen, Patienten mit Krebs- und HIV-Diagnosen, Kinder und Jugendliche sowie ältere Menschen. 

Schimmelpilzsporen finden sich immer in der Luft. Erst, wenn sie auf einen geeigneten Nährboden treffen, entwickeln sich die Sporen zu einem neuen Pilz, der jedoch zunächst ebenso unsichtbar wächst, wie die Sporen. Die Konzentration der Schimmelsporen in der Luft prägt das Umfeld: Die Pilze können sich auf Lebensmitteln ansiedeln und darüber ebenso vom Körper aufgenommen werden, wie durch die Atemluft.

Einheitliche Grenzwerte fehlen

Die Gefahr von Schimmelbelastung durch Sporen und deren Stoffwechselprodukten ist vielerorts bekannt. Doch es gibt keine einheitlichen Erkenntnisse über Grenzwerte, ab der die Konzentration von Schimmelpilzsporen zu einer Gesundheitsgefährdung führen kann. Die Anwendung eines Vorsorgeprinzips ist daher angeraten und sollte im Sinne der Wohnhygiene und der Gesundheit der Bewohner bereits erfolgen, bevor es zu einer Erkrankung oder einer schädigenden Beeinflussung kommt. Entsprechend ist eine fachkundige Unterstützung bereits bei ersten Schimmelansiedlungen sinnvoll, ab einem halben Quadratmeter befallener Flächen sollte unbedingt ein Fachmann zu Rate gezogen werden.

Erste Schritte beim Schimmelbefall

Liegt nur ein Verdacht eines Schimmelbefalls vor?

Besteht zunächst nur ein Verdacht auf einen Befall mit Schimmel, kann ein handelsüblicher Schimmel-Test zu Rate gezogen werden. Üblich sind dabei zwei Testverfahren, die jeweils das Vorhandensein und die Menge der Schimmelsporen messen: Die sogenannte "Klebefilmprobe" nimmt mit einem Klebestreifen die Schimmelsporen von Oberflächen auf. Zwei andere Methoden bieten sich mit einer Nährlösung in Petrischalen an. In dieser Nährlösung kann man mit einem Abstrich von Oberflächen die vorhandenen Schimmelsporen messen oder durch das Aufstellen im Raum die Konzentration der Sporen aus der Raumluft ermittelt werden.Die genommenen Proben werden anschließend in einem Labor geprüft. In manchen handelsüblichen Schimmel-Tests ist das prüfende Labor angegeben, dessen Analyse dann oft im Preis enthalten ist. Andere Tests erfordern die Kontaktaufnahme zu einem ortsansässigen Labor, welches gegen eine kleine Gebühr die Analyse vornimmt. Generell gilt die Faustregel: Immer die Ursache des Schimmels herausfinden und ab 0,5m² bewachsener Fläche eine Spezialfirma hinzuziehen.

Tipp: Schimmelbefall lässt sich durch die sogenannte "Klebefilmprobe" nachweisen. Dabei bleiben an der Oberfläche eines Klebestreifens Schimmelsporen haften. Eine Analyse des Befalls kann ein örtlich ansässiges Labor erstellen. Kosten: ca. 30 - 50 € 

Einfache Maßnahmen

Wenn Sie Schimmel in Ihren Räumlichkeiten entdecken, sollten Sie zunächst prüfen, ob leicht erkennbare und veränderbare Ursachen dazu geführt haben. Messen Sie mit einem Hygrometer die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur. Überprüfen Sie die Belüftung und das Heizverhalten: Für eine gute Raumluftqualität sollte die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 60% bei einer Temperatur von ca. 18 bis 20 °C liegen. Je niedriger die Temperatur ist, desto geringer sollte auch die Luftfeuchtigkeit sein, um die Bildung von Kondenswasser und somit die Basis für den Schimmelbefall zu vermeiden. Sollte ein falsches Verhältnis zwischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit vorliegen, sollten sie Ihr Heiz- und Lüftverhalten korrigieren und während den nächsten zwei Wochen regelmäßig erneut prüfen. Hier erfahren Sie mehr zum Thema "Richtig Lüften und Heizen". 

Prüfung Gebäude

Überprüfen Sie entsprechend auch die Räumlichkeit auf potenzielle Baumängel und Wärmebrücken, die beispielsweise im Bereich von Fenster und Türen entstehen können. Gebäudeecken bzw. Zimmer mit mehreren Außenwänden sind besonders gefährdet, ebenso Gebäudeteile, bei denen eine unzureichende oder nicht fachgerecht ausgeführte Dämmung vorliegt. Sind Sie sich unsicher, kann ein Gutachter oder ein Fachhandwerker Ihres Vertrauens der erste Ansprechpartner sein, um die Ursache zu finden. Mehr zum Thema Wärmebrücken, können Sie hier finden.

Nach dem Schimmelbefall? Unterstützung durch den Fachmann suchen

Ein Schimmel-Test gibt Ihnen erste Anhaltspunkte, um Ihren Verdacht auf einen Schimmelbefall zu bestätigen oder zu negieren. Das Schimmelsporen-Messen ist jedoch nur der erste Schritt und kann lediglich Aufschluss über eine potenzielle Schimmelpilzbelastung geben. Die Höhe der Konzentration und die damit verbundene Belastung für die Bewohner lässt sich hierbei nicht im Schimmel messen. Ist bereits ein sichtbarer Schimmelbefall vorhanden, kann die eigene Messung ausbleiben. Kleinste Flächen sollten umgehend behandelt werden, befallene Flächen über 0,5 m² sollten direkt von einem Gutachter angesehen werden. Der direkte Weg zum Fachmann ist angeraten, um mittels professioneller Analyse ein Schadensgutachten zu erstellen und einen zielführenden Sanierungsplan zu erarbeiten.

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