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Risiko vermeiden: Schimmel messen

Gerade für verdeckten Befall sollte der Blick für die Erkennung von Schimmelpilzschäden geschult sein. Sie sollten wissen, „wo” Sie suchen müssen. Im Zweifel ist es am Besten, gemeinsam mit einem Sachverständigen die Räumlichkeiten zu begehen.

Schimmelverdacht? Werden Sie aktiv!

Nicht immer wird der Befall von Wohnräumen mit Schimmel sichtbar deutlich. Die Sporen und Pilzfäden des Schimmelpilzes sind mikroskopisch klein und zumeist bereits aktiv, bevor die typischen Flecken und der Schimmelflaum deutlich zu sehen sind.

Erste Hinweise auf einen möglichen Schimmelbefall sind untypische Gerüche in Räumen, die nach dem Lüften wiederkehren, feuchte Stellen an den Wänden und Oberflächen sowie Farbveränderungen. Auch wenn unbestimmte, gesundheitliche Beschwerden der Bewohner nicht mit einem Infekt oder anderen Erkrankungen bei einem Arztbesuch erklärt werden können, sollten Sie hellhörig werden.

Richtig handeln

Erste Warnzeichen für einen Schimmelbefall

Bereits lange bevor sich Schimmel mit optischen Hinweisen zeigt, kann ein gesundheitsschädlicher Befall mit Schimmelpilzen vorliegen. Typische Hinweise finden sich in meist muffigen Gerüchen, die nicht mit den vorliegenden Materialien in Verbindung gebracht werden können und nach dem Lüften zeitnah wieder auftreten.

An den inneren Oberflächen von Außenwänden sowie im Bereich von Wärmebrücken können häufig frühzeitig feuchte Stellen und Farbveränderungen auftreten, die auch nach der Überprüfung und Anpassung eines normalen Raumnutzungsverhaltens nicht verschwinden. Prüfen Sie dabei nicht nur die Raumwände, sondern auch schwer zugängliche Bereiche wie die Rückwand von Möbeln auf leichte Veränderungen und undefinierbaren Staub. 
Schimmelsporen sind durch ihre geringe Größe leicht mit Staub zu verwechseln und zeigen sich je nach Schimmelart in Grau-, Grün- und Weißtönen.

Darüber hinaus sollte die Gesundheit der Bewohner im Auge behalten werden. Erste Anzeichen von gesundheitlichen Problemen durch Schimmelpilzbelastung äußern sich ähnlich wie ein grippaler Infekt mit steter Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Problemen mit den Bronchien. Ist Ihnen eine Erkrankung dieser Art unbekannt und die Symptome dauern über mehr als 14 Tage an, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Doch auch viele andere Symptome unbekannter Herkunft können durch den Befall mit Schimmel verursacht sein. Ein Test kann den Schimmelbefall messen und Ihnen Gewissheit verschaffen.

Schimmeltest in Eigenregie vornehmen

Besteht zunächst nur ein Verdacht auf einen Befall mit Schimmel, kann ein handelsüblicher Schimmel-Test zu Rate gezogen werden. Üblich sind dabei zwei Testverfahren, die jeweils das Vorhandensein und die Menge der Schimmelsporen messen: Die sogenannte "Klebefilmprobe" nimmt mit einem Klebestreifen die Schimmelsporen von Oberflächen auf. Zwei andere Methoden bieten sich mit einer Nährlösung in Petrischalen an. In dieser Nährlösung kann man mit einem Abstrich von Oberflächen die vorhandenen Schimmelsporen messen oder durch das Aufstellen im Raum die Konzentration der Sporen aus der Raumluft ermittelt werden.

Die genommenen Proben werden anschließend in einem Labor geprüft. In manchen handelsüblichen Schimmel-Tests ist das prüfende Labor angegeben, dessen Analyse dann oft im Preis enthalten ist. Andere Tests erfordern die Kontaktaufnahme zu einem ortsansässigen Labor, welches gegen eine kleine Gebühr die Analyse vornimmt. Generell gilt die Faustregel: Immer die Ursache des Schimmels herausfinden und ab 0,5m² bewachsener Fläche eine Spezialfirma hinzuziehen.

Tipp:

Schimmelbefall lässt sich durch die sogenannte "Klebefilmprobe" nachweisen. Dabei bleiben an der Oberfläche eines Klebestreifens Schimmelsporen haften. Eine Analyse des Befalls kann ein örtlich ansässiges Labor erstellen. Kosten: ca. 30 - 50 € 

Nach dem Schimmelbefall? Unterstützung durch den Fachmann suchen

Ein Schimmel-Test gibt Ihnen erste Anhaltspunkte, um Ihren Verdacht auf einen Schimmelbefall zu bestätigen oder zu negieren. Das Schimmelsporen-Messen ist jedoch nur der erste Schritt und kann lediglich Aufschluss über eine potenzielle Schimmelpilzbelastung geben. Die Höhe der Konzentration und die damit verbundene Belastung für die Bewohner lässt sich hierbei nicht im Schimmel messen. Ist bereits ein sichtbarer Schimmelbefall vorhanden, kann die eigene Messung ausbleiben. Kleinste Flächen sollten umgehend behandelt werden, befallene Flächen über 0,5 m² sollten direkt von einem Gutachter angesehen werden. Der direkte Weg zum Fachmann ist angeraten, um mittels professioneller Analyse ein Schadensgutachten zu erstellen und einen zielführenden Sanierungsplan zu erarbeiten.

Mehr als Lüften: Kontrolle auch nach der Behandlung nötig

Sobald Räumlichkeiten einen Schimmelbefall aufzeigten, sollten sie regelmäßig überwacht werden. Zwar können gute Behandlungs- und Sanierungsmaßnahmen zielführend sein, die Rückkehr des Schimmelbefalls sollte dennoch nicht ausgeschlossen werden. Beachten Sie, das gutes Lüften und Heizen als optimales Nutzungsverhalten nicht immer ausreichen, um die Neubildung von Schimmel zu verhindern. Unbedingt muss die Ursache für die Schimmelbildung gefunden und beseitigt werden. Ein handelsübliches Hygrometer unterstützt sie bei der Nachkontrolle. Sollten hingegen erneut undefinierbare Gerüche oder feuchte Stellen auftreten, sollten Sie erneut den Schimmelbefall messen und die Rücksprache mit dem Fachmann in Betracht ziehen.

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